…wer in Italien einen Caffé bestellt, einen Espresso serviert bekommt? Und wussten Sie auch, dass dieser kurze Genuss für die Italiener ein so wesentlicher Bestandteil ihres Lebens ist, dass die jeweilige Kommune den Maximalpreis für einen Espresso „al banco“ (stehend an der Bar) festlegt?

Dieser beträgt in ganz Italien nämlich höchstens 1,00 Euro.

Sollten Sie diesen allerdings im Sitzen genießen wollen, dann kommt eine Servicegebühr, die „Coperto“ hinzu. Wer auf dem Markusplatz in Venedig schon mal einen Espresso getrunken hat, weiß was das bedeuten kann 😉

Eine wie wir finden wunderbare Tradition aus Neapel ist der Espresso „Sospeso“ (ital.Aufgehobener). Man bestellt 1 Espresso, bezahlt aber 2. Dies ist eine soziale Geste der Italiener, denen es gut geht und die im Kleinen helfen möchten. Denn nun kann jemand, der sich keinen Espresso leisten kann, an der Bar nach dem sogenannten „Aufgehobenen“ fragen und diesen kostenlos trinken.

9 KOMMENTARE

  1. Das sollte man mal in Deutschland versuchen. Die Schlange der Nutznießer wäre nicht mehr zu überschauen… Schön, dass sowas wenigstens woanders funktioniert..

  2. Die Sache mit dem “Sospeso” finde ich ja echt toll! Aber die Sache mit dem Kaffee bestellen und Espresso bekommen, kenne ich schon. Eine Freundin aus Italien hat hier in Deutschland nämlich kürzlich einen Kaffee bestellt (sie war das erste Mal in Deutschland) und auch einen Kaffee bekommen. das hat sie ziemlich verwirrt. Daraufhin hat sie mir erzählt, dass es in Italien anders wäre. Ja, ja, als Kaffee-Liebhaber sollte man im Urlaub über die Örtlichen Rituale schon im Bilde sein, um auch immer das zu bekommen, was man auch haben möchte 😉

  3. Ach ja, das sind alles Kaffee-Eigenarten in den unterschiedlichen Ländern… Ich muss sagen, ich war zwar schonmal in Italien habe aber noch nichts von dem “Sospeso” mitbekommen. Ist das mittlerweile auch noch in anderen Regionen üblich oder nur in Neapel?

  4. Ja sitzen ist meist sehr teuer in Italien, viele Italiener mögen ihren Espresso mal eben kurz im Vorbeigehen schlürfen…als Touri ist man dann mal froh irgendwo entspannt sitzen zu können. Insofern dürfte dies national sehr beliebt sein, international aber wenig genutzt werden. 😉

  5. Ja, der leckere Espresso. in Italien schmeckt er doch am Besten. ich war sehr verwundert als ich in Mailand meinen Espresso für 1.-€ bekommen habe. Der Kellner aht mich dann aufgeklärt. Da habe ich direkt noch einen getrunken.

    Das mit dem “Sospeso” finde ich eine geniale Idee, das werde ich das nächste mal wenn ich in Italien gleich mal umsetzen. Denn jeder sollte einen Espresso am tag trinken und wenn ich dazu beitragen indem ich einen Euro mehr bezahle, dann ist es mir das auf jeden Fall wert. Super Sache. Danke für diesen Beitrag. Wieder was Nützliches gelernt.

  6. Danke für den Kaffee-Tipp! Ich wusste bislang nur, dass man sich sofort als Nicht- Italiener outet, wenn man nach elf Uhr vormittags Cappuccino bestellt. Mal sehen, ob sich alle italienischen Cafes an die Ein-Euro-Regel beim Espresso halten, ich werde das bei meiner nächsten Italienreise mal testen;-)

  7. Die Italiener mit Ihren sozialen Geschäftsideen in allen Ehren. In einem Land, in dem auf einer Rolle mit 20 Müllbeutel nur 17 Beutel tatsächlich drauf sind, frage ich mich mit welcher Quote der “Aufgehobene” Sospeso auch weitergegeben wird.

  8. Bin eine erfahrene Italien-Kennerin und muss sagen, dass die Idee mit dem Espresso sospeso (sospendere = aufheben, stilllegen) total toll finde. So etwas wäre in unseren Breiten auf jeden Fall ne super Sache, denn es gibt viele Leute, denes es gut geht und die anderen Menschen, mit nur einem Euro, helfen können.

    Find Italien schon alleine wegen seiner Kaffee-Kultur einfach klasse! Die Italiener ziehen es vor, in der sogenannten “bar” zu frühstücken und eben nicht zu Hause wie wir es gewohnt sind. In der Bar trifft man dann Bekannte aus dem Dorf und der Stadt und sitzt bereits morgens bei einem leckeren Espresso und schmackhaften pannini (Brötchen) zusammen. Ich liebe die Mentalität der Italiener, da sie für ein Gemeinschaftsgefühl einstehen, das sogar außerhalb der Familie gehegt und gepflegt wird. Eine Bar ist keine Bar, wie wir sie kennen, sondern eher ein Frühstücksimbiss-Lokal. Und dort ist natürlich auch der beste Espresso garantiert. 😉

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