Ein genialer Kurztripp nach Italien

Am 03.02.11 flogen wir von Hamburg nach Florenz, um die Traditions- und Familien Rösterei Mokaflor zu besuchen. Der Chef Andrea Bernini und seine deutsche Frau Angelika holen uns zu Fuss am Hotel ab. Gemeinsam schlendern wir zum Restaurant Frescobaldi und verbringen einen unterhaltsamen Abend bei köstlichen Speisen.

Florenz im WinterDie nächsten 3 Tage haben wir für uns. Sicher ist es schon unser 8. Besuch in der toskanischen Stadt, aber noch nie waren wir um diese Jahreszeit dort. Lohnt sich das überhaupt im Winter? Ein klares “Ja”.

Insbesondere weil uns die Sonne an 2 Tagen richtig verwöhnt und wir im Freien mit Blick auf die Piazza unser Mittagessen einnehmen. Für uns Luxus nach den letzten Wochen in Hamburg. Die Stadt selbst macht auf uns einen fast beschaulichen Eindruck. Keine Spur von Hektik. Lärm ist passé seit das Zentrum komplett Auto und Moped frei ist.

Ganz entspannt erobern wir Florenz zu Fuss. Kein Problem, denn die Stadt ist übersichtlich. Von den Berninis erhalten wir den Tipp die Damien Hirst – Ausstellung im Palazzo Vecchio zu besuchen. Alexander murrt – ich bin begeistert, zunächst jedenfalls. 10,00 Euro pro Person sind zu berappen für den reichsten zeitgenössischen Künstler der Welt. Wir sind gespannt. Nach einigem Treppauf erreichen wir den Eingang. Unser kleiner Trupp von ca. 10 Besuchern wird in einen vollständig dunklen Raum geführt, d.h. wir sehen die Hand vor Augen nicht. Nur ein über und über diamantbesetzter Totenschädel glitzert und funkelt unter einer Glas-Vitrine. Fotografieren natürlich verboten.

Cappuccino im Cafe

Nach ca. 5 Minuten des Staunens und endlosen italienischen Erklärungen des Ausstellungsführers (wir verstehen kein Wort, googlen aber später alles) möchten wir eigentlich in den nächsten Ausstellungsraum. Aber mit den paar Italienern und Japanern müssen wir weiter um das Exponat spazieren und rempeln uns im Dunkeln unabsichtlich an. Weitere gefühlte 10 Minuten später, werden wir endlich entlassen.

Unser Erstauen ist groß, als wir bemerken, dass es sich um das einzige Ausstellungsstück handelt und wir nun wieder gehen dürfen. Na ja, immerhin haben wir ein 50 Milionen Pfund teures Kunstwerk gesehen.

 

Cafe Scudieri in Florenz

Die Nachmittage verbringen wir in den schönen alten Cafes der Stadt. Im Gilli von 1733, im Revoire und Scudieri. Wir finden immer sofort schöne Plätze in der Sonne und sehen dem noch überschaubaren Trubel zu. Junge, kreischende Japanerinnen vor dem Channel Store und nur 2 Pferde-Kutschen ergänzen das Bild.

Abends vor dem Essen gehen wir wieder in das Revoire und gönnen uns einen Averna an der Bar. Vorher beim Kassierer bezahlen und mit dem Bon zum Tresen. Die immer überaus korrekt gekleideten Baristi und Bar-Männer schenken gut ein und kleine Snacks in unzähligen Schälchen gibt es kostenlos dazu.

An der Bar im CafeDie kleine Weinbar

An einem Tag führt uns der Weg über den Ponte Vecchio vor den Palast Pitti. Aber statt weitere Kulturschocks in Florenz zu riskieren (siehe Stendhal-Syndrom) gehen wir lieber genau gegenüber ist eine kleine Weinbar mit Namen PITTI Gola e Cantina. Volltreffer. Köstliche Weine werden ergänzt um leckerste Speisen. Unüblich für die Region trinken wir uns durch die glasweise angebotenen Weissen! Nur 3 kleine Tische im Freien bieten den wenigen Gästen Platz die erste Wärme zu genießen. Ein echter Tipp für Florenz.

Am Abend suchen wir eine klassische Trattoria auf. Das Il Latini in der Via dei Palchetti ist trotz der absoluten Nebensaisan bereits um 19:00 Uhr rappelvoll. Der Patrone führt uns gemeinsam mit eine 6er Gruppe junger Italiener an einen Tisch für acht Personen.

Eine 2 Liter Flasche Rotwein mit Chianti Classico im Fiasco (halber Basteinband) steht bereits auf allen Tischen bereit. Da fällt die Wahl ja leicht, aber 2 Liter wollten wir eigentlich nicht trinken. Kein Problem, wir schauen dann was übrig ist. Jedenfalls verstehen wir den netten Chef so. Er spricht selbstverständlich nur italienisch. Auch die Bestellung der Speisen ist einfach. Antipasit? Ja! Geliefert werden ohne weitere Nachfrage die üblichen regionalen Spezialitäten, also Salami, Parmaschinken, weiße Bohnen, Crostinis mit Leber und, und, und… Als Zwischengericht bekommen wir Penne al Ragu.

Danach wird nur gefragt welches Fleisch: Rind, Schwein, Kalb. Wir nehmen Rind und Schwein. Beides rückt an in unvorstellbarer Größe mit diversen Beilagen wie gebackene Rosmarin-Kartoffeln, Salat und Bohnen. Es schmeckt alles herrlich. Aber man sollte schon deftiges, toskanisches Essen vertragen. Dann geht noch eine Creme Karamel über den Tisch und danach Cantuccini, die wir in einen Süßwein stippen sollen. Das geht natürlich auf´s Haus. Abschließend gibt es noch vom Chef 2 Likori Limone als netten Abschluss. Wir sind nach 1 Liter Rotwein und 1 großen Flasche Wasser nun gespannt was der Spaß kosten wird. Wir landen bei 82,00 Euro. Da kann man wirklich nicht meckern.

Als wir das nette Ristorante verlassen, stehen ca. 30 Italienier vor dem Eingang und warten geduldig auf einen freien Platz. Wenn das keine Empfehlung ist?

Weitere Restaurants, die wir richtig gut fanden:

Osteria dei Baroncelli
, Chiasso dei Baroncelli 1 (ganz nah der Uffizien)

Ein richtig gutes Bistecca Fiorentina gegessen. 1a

Nur durch Zufall gehen wir in die Osteria Pepo´ Via Rosina 4/6 r
Im eher mondernen, aber dennoch gemütlichen Gastraum essen wir für kleines Geld Bollito Misto (gemischtes gekochtes Fleisch). Köstlich.

Fazit der Reise: Florenz und seine Sehenswürdigkeiten sind entspannt zu bewundern. Die Restaurants und Cafes sind nicht überlaufen. Die Kellner und Wirte nett und witzig. Das Essen lecker und bezahlbar. Die Boutiquen haben Winterschlussverkauf. Was will man mehr? Wir kommen wieder.

3 KOMMENTARE

  1. Sehr schöner Bericht! In Florenz hab ich vor ein paar Jahren auch sehr positive Erfahrungen gemacht, immer eine Reise wert.

  2. Die historische Altstadt von Florenz spiegelt die überragenden Leistungen der Stadt auf dem Gebiet der Architektur wider. Hierbei sind insbesondere zahllose Bauten von der Zeit der Protorenaissance bis zur Herrschaft der Medici im 15. und 16. Jahrhundert entstanden, die die enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Stadt zu dieser Zeit belegen :))

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