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Archiv der Kategorie "Blick hinter die Kulissen der Röster"

Kraft, Energie und Leben - TRE FORZE! bei Espresso International

Donnerstag, 12. August 2010

Tre Forze!

Hamburg, den 30.07.10

Es war uns eine große Freude den Menschen hinter dem Gourmet Espresso TRE FORZE! endlich persönlich kennenzulernen. Seit Beginn diesen Jahres führen wir das komplette TRE FORZE! Sortiment und waren fast ein bisschen erstaunt, dass wir so wenig für die Einführung des Kaffees bei unseren Kunden tun mussten. Die Bekanntheit dieses doch sehr besonderen Espressokaffees und das hohe Interesse, nicht zuletzt aufgrund der edlen Verpackung, tun dem Durchsatz und der Frische richtig gut.

Glücklicherweise findet man in Herrn Cevdet Emec, dem Geschäftsführer der Caffe Cultura GmbH, auch einen Partner, dem die Qualität und Frische der Espressobohnen ebenso am Herzen liegen, wie uns. TRE FORZE! macht sich die Mühe lieber in kürzeren Abständen kleinere Mengen zu liefern, als in Kauf zu nehmen, dass der Endverbraucher aus Großbestellungen des Handels am Ende nicht wirklich frische Ware erhält. Man merkt, dass Herr Emec seine beruflichen Ursprünge im Hotelmanagement hat. Qualität und Kundenfreundlichkeit stehen an erster Stelle.

treforzebohneblog.jpg

Im Verlauf des gemeinsamen Mittagessens wird deutlich, mit wieviel Herzblut und eigenem Qualitätsanspruch die Marke TRE FORZE! von Herrn Emec aufgebaut und gepflegt wird. Viele Jahre hat er sich mit der uralten sizilianischen Tradition des Kaffeeröstens über offenen Feuer aus Olivenbaumholz beschäftigt und die Methode so lange verfeinert und optimiert bis 2001 die Marke TRE FORZE! geboren wurde.

Ausschließlich auf Sizilien werden die Rohkaffees gemischt und geröstet. Die Komposition erinnert an frische Minze, Olivenholz und grüne Erbsen. Nach 20-30 Minuten bei ganz niedriger Temperatur wird jede Bohnensorte einzeln geröstet und erst danach gemischt. Ölhaltig, dickflüssig und samtig mit feiner dichter Crema fließt der Espresso in die Tasse. Aromen von getrockneten Datteln, belgischer Schokolade und Macadamia-Nüssen entfalten sich.

Es ist nicht einfach eine Qualitäts-Marke aufzubauen. Schnell gibt es im umkämpften Kaffeemarkt Nachahmer und Trittbrettfahrer. Herr Emec betont, dass es sich bei TRE FORZE! um das Original handelt. Das Geheimnis der Röstmethode behütet er strikt. Unsere Recherche z. B. im www.kaffeenetz.de ergibt, dass sich dies auszahlt. Viele Espressofreunde berichten dort begeistert von TRE FORZE!

Eine praktische Neueinführung im TRE FORZE! Sortiment ist die 250g Packung im Beutel ohne die schöne Schmuckdose. Es gibt ja viele Kunden, die gerne immer frisch eine kleine Packung öffnen möchten; bei den Mengen dann aber gerne auf die aufwendige Umverpackung verzichten. Was sich wohl auch im Preis bemerkbar machen wird.

Und für unsere ESE-Pad-Fans wird es den TRE FORZE! nun auch bald in der praktischen Einzelportion geben.

 

Carroux Kaffee handelt fair!

Dienstag, 11. November 2008

Carroux Kaffee, bekannt durch seinen edlen Spitzen-Espresso, bezieht seit Oktober 2008 seinen Rohkaffee direkt vom Erzeuger, statt wie bisher, über ausgewählte Großhändler. So haben die Einkäufer von Carroux Caffee die Möglichkeit ausschließlich direkt, unabhängig und fair einkaufen zu können.

 Carroux Kaffee

Dabei zahlt Carroux allerdings einen Preis, der deutlich über dem Marktwert liegt - und das tut dieses sympathische Unternehmen bewusst und gerne: so können sie sicher sein, dass dieses Geld direkt den Menschen zugute kommt, die den Kaffee anbauen, pflegen und ernten.

Vertragspartner ist die Kooperative OROMIA in Äthiopien, ein Zusammenschluss von 129 Kooperativen, die ausgesuchte, hohe Qualitäten organischen Arabica-Kaffee liefern, frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln und biologisch angebaut.

Ziel dieses zertifizierten Fairtrade Verbundes ist ein besseres Einkommen für die Farmer durch den Direktexport, die Schaffung und Verbesserung von Sozialleistungen der Mitglieder und ihrer Familien und eine Erhöhung der Qualität und Produktivität für äthiopischen Kaffee. Auf diese Art und Weise werden nicht nur die Anbauer und ihre Familien unterstützt, sondern auch dem Kunden eine gleichbleibend hohe Qualität gesichert, durch den persönlichen, engagierten Einsatz der Farmer. Mehr Informationen zu der Kooperative gibt es hier: Kooperative Oromia

 

Palio - Siena - Kaffee Nannini

Donnerstag, 4. September 2008

3. TEIL

Fotos: Giorgio Leone

Palio Pferderennen Siena

Am Kopf jeder Contrada geht der Page mit der Standarte, gefolgt vom aufgeregt tänzelndem Rennpferd, das der Reitknecht führt. 2 Fahnenträger einer jeden Contrada stellen während des Umlaufs Ihre Künste zur Schau. Nach festgelegtem Ritual werfen Sie Ihre Fahnen hoch in die Luft und fangen diese gegenseitig auf.

Fahnentraeger Palio Siena

Der Jockey reitet auf einem festlich geschmücktem Paradepferd. Der gesamte Einzug wird akribisch nach vorgegebener Zeit abgehalten. Darum kümmern sich der Zeremonien-Meister und seine Helfer. Sobald eine Contrada den Platz umrundet hat, nehmen die Teilnehmer Platz auf der großen Ehrentribüne.

Einmarsch Palio

Diese füllt sich naturgegeben im Verlauf immer mehr und gibt nach und nach ein immer bunteres Bild. Durch die mittelalterliche Kulisse der Stadt und die vielen Teilnehmer in alter Tracht fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt.

So muss es vor 400 Jahren auch schon in Siena ausgesehen haben, wenn der Palio stattfand. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch den archaisch anmutenden riesigen Fahnenwagen mit Siegerbanner, denn der wird von 4 großen Ochsen langsam um den Platz gezogen. Das ist das Banner, welches jeder Stadtteil für sich sehnsüchtig zu ergattern hofft.

Ochsenkarren Palio Siena

Der Innenkreis des Platzes und die vielen Balkone sind nun bis auf den letzten Platz mit Menschen gefüllt. Auch wir müssen jetzt unsere Plätze auf dem schmalen Brett oberhalb des Balkons einnehmen.

Palio Menschenmenge Marktplatz

Es erfordert doch einige Akrobatik dort hin zu gelangen. Wir klammern uns fest an die dünnen Eisenstangen und sind gespannt was nun folgt. Dann ist es soweit.

Die hoch im Blut stehenden Rennpferde mit den Jockeys erobern die extra für das Rennen angelegte 300m lange Sandbahn. In den Farben des Stadtteils tragen die Jockeys einen pyjama-ähnlichen Anzug und sitzen, ich traue meinen Augen nicht, ohne Sattel direkt auf dem Pferderücken.

Nervös tänzeln die Pferde und immer wieder steigt eines auf die Hinterbeine. Unglaublich, wie geschickt sich die Jockeys auf diesen “Vulkanen” halten. Ich erfahre, dass die Jockeys die Rennen hauptberuflich ausüben und zudem eine Menge, sogar eine sehr große Menge an Geld dafür bekommen. Die Contraden lassen es sich 6-stellige Summen kosten, um den besten Reiter für sich zu gewinnen.

Über Lautsprecher erfahren die Zuschauer die Reihenfolge, in der die Jockeys die Pferde in die sogenannte Mossa reiten dürfen.

Start Palio Jockeys

Dies ist der Startbereich zwischen zwei dicken Tauen die von Helfern gehalten werden. Sobald das letzte Pferd diesen Bereich betritt, wird das vordere Tau fallen gelassen und das Rennen startet. Was nun folgt ist ein unglaubliches Geduldspiel. Ein Pferd nach dem anderen betritt den Startbereich. Nur das letzte Pferd will und will nicht durch die schmale Öffnung. Immer wieder verweigert es und steigt sogar.

Hinter vorgehaltener Hand erhalten wir unbestätigtes Insiderwissen: So handelt es sich angeblich nicht um reinen Zufall, dass das letzte Pferd den Startbereich partout nicht betreten will. Es soll nämlich interne „Absprachen“ zwischen den Jockeys vor dem Rennen geben, die mit sehr viel Geld zu tun haben.

Dieses Geld wird von den einzelnen Contraden den Jockeys für diese „Verhandlungen“ zur Verfügung gestellt. Der Startbereich wird deshalb erst dann betreten, wenn ein bestimmter Jockey sein Pferd in guter Position zum Startseil ausgerichtet hat und somit die besten Ausgangschancen zum Sieg hat. Da das Rennen jedoch eigenen Gesetzen folgt, gilt diese Absprache dann doch nicht als Gewinngarantie.

Bestimmt eine halbe Stunde versucht der letzte Reiter sein Pferd wiederholt in den Startbereich zu bewegen. Immer wieder gelingt dies nur fast. Begleitet vom Raunen des angespannten Publikums. Dann plötzlich ist es soweit. Das vordere Seil fällt, das Rennen beginnt. Ein lauter Kanonenschlag lässt uns fast vom Sims fallen vor Schreck als Sekunden später schon der nächste Knall das Rennen wieder abbricht. Leider ein Fehlstart. Die Pferde laufen einmal um den Kurs, um nun wieder mit dem gleichen Geduldspiel zu beginnen.

Die Spannung ist wirklich unerträglich. Doch dann endlich betritt das letzte Pferd den Startbereich und das Rennen geht nun wirklich los. Kein Fehlstart!

Start Palio Siena

Durch ein unglaubliches Geschrei der Anfeuerung entlädt sich die Anspannung der Zuschauer und wir haben wieder ein wenig Bedenken, ob der Balkon den Begeisterungsstürmen der Italiener standhalten wird.

Start Palio Siena

Unser Puls rast, als wir sehen, wie die Jockeys in einer fast waagerechten Schräglage die Pferde durch die Kurven treiben.

Palio Pferderennen Siena

Und so geraten auch schon in der ersten Kurve einige Pferde so sehr nach außen, dass die Reiter herunterstürzen.

Jockey Palio

Es sieht höllisch gefährlich aus.

Palio Jockey Siena

3 mal galoppieren die Pferde um den Platz und nach nur ca. 100 Sekunden erreicht das Pferd der „Stachelschweine“ als erster das Ziel. Noch bevor Ross und Reiter das Ziel erreichen, laufen die Fans direkt auf die Rennbahn und empfangen mit hochgerissenen Armen ihr siegreiches Gespann. Wir können kaum hinsehen, denn natürlich werden einige begeisterte Fans von den herangaloppieren Pferden böse überrannt. Brüche und Prellungen werden wohl gerne in Kauf genommen für die Ehre des Stadtteils. Der Jubel des siegreichen Teams erfüllt die ganze Stadt.

Klar, dass in ganz Italien das Rennen im TV live ausgestraht wurde. Und wie schön, dass man es sich nun in Zeitlupe noch mindestens 100x im Fernsehen ansehen kann. Dabei wird heftig spekuliert und diskutiert wer hier wen übervorteilt hat.

Alessandro Nannini bleibt cool. Mit dem Sieg der Stachelschweine kann er sich arrangieren. Schließlich hat ja nicht der traditionelle Erzfeind die Contrada delle Torre (Turm) gewonnen. Und beim nächsten Rennen, wenn die „Gans“ auch wieder dabei sein wird, werden die Karten ja neu gemischt. Da kann man Alessandro dann auch ganz anders erleben, wie uns versichert wird.

Wir sind jedenfalls restlos begeistert. Eingetaucht in eine fremde Welt, durften wir von besten Plätzen aus dieses jahrhunderte alte Rennen hautnah miterleben. Wirklich unvergesslich. Immer noch aufgeregt vom Erlebten wandern wir gemeinsam durch die von begeisterten Anhängern verzauberten Gassen. Die Feierlichkeiten der Sieger können schon bis zu einigen Wochen andauern.

Nannini Caffe Siena

Unser Anlaufpunkt ist natürlich wieder die Bar von Nannini. Während wir auch hier im Fernsehen die Wiederholungen des Rennens anschauen, gönnen wir uns alle einen leckeren Negroni. Das ist ein klassischer italienischer Cocktail, der es in sich hat und dabei ganz einfach zu kredenzen ist. Mischen Sie 1/3 Gin, 1/3 Campari und 1/3 roten, süßen Vermouth und dazu eine Orangenscheibe und Eiswürfel hinein…fertig! Sehr lecker.

Abschluss dieses gelungenen Tages ist ein wunderschönes spätes Abendessen in einem sehr bekannten Restaurant in Siena. Wie der Kellner uns zu berichten weiß, speiste sogar Daniel Craig alias „James Bond“ während der letzten Dreharbeiten zum neuen Bond-Film jeden Abend in diesem Restaurant. Gut, dann ist es für uns wohl gerade recht. Wir genießen das köstliche Essen und lassen den Abend unter viel Gelächter ausklingen.

Wir bedanken uns bei Alessandra für den herrlichen Tag und verabreden uns noch kurz für den nächsten Morgen in der Nannini-BAR. Und obwohl wir unsere nette Begleitung nicht weiter von der Arbeit abhalten wollen, besteht sie auf dieses Treffen.

Ricciarelli Nannini

Denn wir müssen unbedingt noch ein großes Paket mit Ricciarelli mitnehmen. Diese Gebäckspezialität liebe ich nämlich, was sich Alessandra wohl gemerkt hat. Nach einer herzlichen Verabschiedung setzen wir unsere Italienreise fort und verlassen Siena.

Siena Marktplatz

Aber wir kommen wieder. Das ist sicher.

 

Palio - Siena - Kaffee Nannini

Dienstag, 5. August 2008

2. TEIL

Zu uns stößt nun die Schwester von Alessandros Frau, die seit kurzem als Art Direktorin für das Unternehmen tätig ist. Die blonde, fast skandinavisch anmutende, schöne Francesca ist eine Frau mit bester Bildung und internationaler Ausbildung. Sie hat viele sehr gute Ideen, um Nannini weltweit noch bekannter zu machen.

Begleitet wird Sie von Giorgio Leone; ein Italiener, der seit 10 Jahren in Hamburg tätig ist und den Relaunch des Internetauftritts Nanninis verantwortet. Sowohl Francesca, die in Mailand eine internationale Schule besucht hat, als auch Giorgio sprechen perfekt deutsch. Um Alessandra aber nicht auszuschließen entsteht während des leckeren Mittagessens kreuz und quer über den Tisch ein bunter Mix aus italienisch, deutsch und englisch.

Palio in Siena.jpg Palio in Siena

Danach brechen alle gemeinsam auf, um die Segnung eines Contrada-Pferdes mitzuerleben. Es gesellt sich noch Sylvi zu uns, die aus Siena kommt und auch für das Haus Nannini tätig ist. Sie gehört der Contrada der „Stachelschweine“ an und ist nicht nur eine absolute Kennerin des Palios sondern auch glühende Anhängerin.

Palio in Siena Palio in Siena

Vor der Kirche haben sich schon viele Menschen eingefunden, die genauso gespannt wie wir auf das für uns doch eher merkwürdig anmutende Ereignis einer Pferde-Segnung warten.

Alle haben Ihre Fotoapparate gezückt und knipsen was das Zeug hält, als uns ernsthaft dreinblickende Contrada-Mitglieder auffordern, ab jetzt auf den Blitz zu verzichten. Ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es gleich los geht. Zusammen mit allen anderen betreten wir ehrfürchtig die dunkle Kirche und genießen kurz die etwas kühlere Luft, bis sich durch die vielen Menschen leider auch hier Wärme ausbreitet.

Palio in Siena

Gespräche und Stimmengewirr der Zuschauer erzeugen zunächst in der Kirche eine eher unandächtige Stimmung, bis einzelne Zischlaute der Eingeweihten nun alle auffordern, absolut still zu sein. Was erstaunlicher Weise auch sofort geschieht. Alle halten den Atem an und schauen gebannt auf den Eingang.

Geführt von dem Barbaresco (Reitknecht) schreitet das edle Rennpferd fast lautlos über den dicken roten Teppich zum Altar. Hier erhält es nun die Segnung für das schwere bevorstehende Rennen. Bereits nach ca. 5 Minuten ist der kirchliche Segen erteilt und das Pferd verlässt die Kirche. Während des würdevollen Vorbeischreitens breitet sich bei den Umstehenden und auch mir unweigerlich eine Gänsehaut aus.

Palio Siena Nannini

Es handelt sich eben nicht um nachgestellte, altertümliche Ritterspiele, sondern um ein Ereignis, dass alle Bewohner bis in die heutige moderne Zeit in Atem hält und dessen Ausgang für die Ehre des eigenen Stadtteils von immenser Bedeutung ist.

Die Zugehörigkeit zur eigenen Contrada wird durch ein um den Hals getragenes Tuch mit den Farben und dem Symboltier des Stadtteils demonstriert. Das gefällt mir auf Anhieb so gut, dass ich so ein Tuch sofort haben möchte.

Palio Siena Nannini

Selbstverständlich sollte es sich hierbei um die Contrada der Familie Nannini handeln, deren Name Nobile Contrada dell Oca ist und deren Fans wir ab sofort sind. „Oca“ bedeutet übrigens Gans und so befindet sich eben auf unserm Tuch eine weiße Gans! Irgendwie wäre Wolf, Panther oder Einhorn auch ganz schön gewesen, aber da es auch Schnecke, Raupe und Schildkröte gibt, sind wir doch noch ganz zufrieden mit unserer Gans. Zusätzlich erfüllt es uns ein wenig mit Stolz, dass die Contrada „Gans“ mit 18 Siegen seit 1900 mit die meisten Rennen gewonnen hat. Wir gehören mal wieder zu den Besten ;-)

Palio Siena Nannini

Die Tücher dürfen wir uns natürlich nicht selber kaufen. Sie werden uns geschenkt und standesgemäß umgebunden. Der einmal gebundene Knoten darf nie wieder gelöst werden wie Sylvi als Fachfrau zu berichten weiß. Wir sind also auf immer mit der Gans verbunden.

Bei Höchsttemperatur schlendern wir nun alle gemeinsam durch die mittel- alterlichen Gassen und lassen den Trubel auf uns wirken.

Siena Palio Nannini Palio Sien Nannini

Alle 17 Contraden ziehen mit Trommler, Ritter, Pferd und 2 Fahnenträgern durch die Stadt und erbitten vor Sienas großen schönen Dom um die Segnung des Bischofs, der diese wohl recht gleichmütig allen Contraden zukommen läßt.

Palio Siena Nannini Palio Sien Nannini

Genauso wird aber auch Beistand vom Rathaus eingeholt und sogar bei einer Bank. Keine geringere als die „Banca Monte die Paschi di Siena“, die 1472 gegründet wurde und als die älteste noch existierende Bank der Welt gilt.

Palio Siena Nannini Palio Siena Nannini
Der Italiener versteht es halt wie kein anderer Europäer Kirche, Politik und Geld unter einen Hut zu bringen.

Palio Siena Nannini Palio Siena Nannini

Die Zeit verstreicht und nach einer Stärkung in einer typischen schlichten kleinen Bar müssen wir uns allmählich auf den Weg zur Loge begeben.

Palio Siena Nannini Palio Siena Nannini

Diese sogenannte Loge ist eigentlich die Wohnung einer älteren Dame, die, zufällig oder auch nicht, direkt an der großen Piazza del Campo wohnt. Wir gehen die langen dunklen Treppen zur Piazza hinab und biegen links in den privaten Hauseingang ein.

Palio Sien Nannini

Alessandro Nannini muss zunächst mit jedem Bekannten ein kurzes Schwätzchen halten und nach kurzer Zeit dürfen wir in die Privaträume folgen. Die italienische Signora hat es sich bereits auf der abgehängten Couch vor einem kleinen Fernsehgerät gemütlich gemacht. Sie scheint Ihre Räume nicht das erste Mal zur Verfügung gestellt zu haben. Wir erkennen den Profi. Kurzes Zunicken zur Begrüßung reicht. Wir sind schließlich nicht die einzigen Gäste. Ich schätze weitere 40-50 Personen aufgeteilt in die unterschiedlichsten Grüppchen teilen sich mit uns die Wohnung und vor allem die Balkone und Fenster. Um auf den ca. 80 cm tiefen Balkon zu gelangen müssen wir über einen Holztritt (dieser scheint noch aus den Anfängen des Palios zu stammen) aus dem Fenster klettern. Eines wird sofort klar: Diese Aussicht gehört zu den Begehrtesten.

Palio Siena Nannini Palio Siena Nannini

Alle Zuschauer, die sich in der Mitte des Platzes befinden, also im Innern der Rennstrecke tuen uns jetzt schon ein wenig leid. Erstens weil es so heiß ist und zweitens weil die ja überhaupt nichts sehen können. Wir dagegen überblicken den gesamten Platz und freuen uns heimlich. Auf den Balkonen sind in enger Reihe kleine Stühle gestellt worden. Das kann ja sehr gemütlich werden.

Es beginnt mit einer militärisch anmutenden Reiterstandarte, die zunächst im Schritt und dann im rasenden Galopp um den Platz jagt, begleitet vom enthusiastischen Anfeuerungen der Zuschauer. Es geht also los.

Palio Siena Nannini Palio Siena Nannini

Nächster und längster Programmpunkt ist der Einmarsch aller Contraden.

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Martella - die feine Kaffee-Rösterei aus Rom

Freitag, 1. August 2008

Logo: Caffe Martella

Schon seit Jahren schulden wir Giancarlo Martella den Gegenbesuch in Rom; nun ist es endlich so weit.

Kolosseum Kolosseum

Anfang Juli besuchen wie die feine, kleine Espresso-Rösterei der Familie Martella vor den Toren Roms. Genau genommen liegt sie in den Hügeln von Marino, vielleicht 10 km südöstlich von Roms Stadtgebiet. Ganz in der Nähe, in Castel Gondolfo am Lago Albano, hat der Papst seine Sommerresidenz.

Castel Gandolfo Castel Gandolfo

Copyright Berthold Werner | Copyright Fabio Rosati
[ Google Maps: Marino, Castel Gandolfo ]

Die Martellas haben den Röstbetrieb in den Hügeln von Marino, weil es hier stets etwas kühler ist, als in dem Moloch Rom. Giancarlo ist sicher, dass das kühlere, gleichmäßigere Klima sich positiv auf den Geschmack seiner köstlichen Kaffeeröstungen auswirkt.

Aus dem herrlichen Hotel Forum im Zentrum Roms quälen wir uns durch den Freitagnachmittagsverkehr aus der Stadt heraus, um endlich die Rösterei zu sehen. Wir wollen einen fundierten Eindruck davon erhalten, wie bei Martella wirklich gearbeitet wird.

Martella Caffe Roma

Die ganze Familie Martella (David, Christian und natürlich Giancarlo) erwartet uns bereits, später kommt auch noch Paola, Giancarlos Frau dazu. Nun ist der unermüdliche, vielsprachige Emiliano Leggi, der Vertriebsleiter der Martellas, gefordert.

Giancarlo erläutert uns jedes Detail und jeden Arbeitsschritt bei der Entstehung seiner Kaffees auf Italienisch, Emiliano übersetzt in Deutsch und Englisch. Trotz der vermeintlichen sprachlichen Probleme entsteht rasch ein lebhaftes Fachgespräch unter Espresso-Freunden und Experten. Als solchen muss man Giancarlo Martella ohne Frage ansehen.

Martella Caffe Roma

Martella hat sich nun entschlossen, sein Wissen in einem mehrtägigen Seminar an Interessierte weiter zu geben und mit den Feinheiten des Espresso vertraut zu machen. (Wir werden bald über Inhalte, Preise und Veranstaltungstermine berichten.)

Dieser Röstbetrieb ist wirklich “klein, aber fein”, alles ist so sauber, wie in einem Laborbetrieb. Giancarlo legt größten Wert auf absolute Akuratesse bei der Arbeit und peinliche Sauberkeit, “sonst kann man nicht konstant diese Qualität liefern, die meine Kaffees haben”, wie er sagt.

Martella Caffe Roma Martella Caffe Roma

Wir sehen hier eine wirkliche Manufaktur, die weit von industrieller Produktion entfernt ist. Garant für die gleichbleibend hohe Qualität sind Auge, Nase und Erfahrung des Röstmeisters Giancarlo Martella.

Er erklärt uns (eigentlich ein großes Betriebsgeheimnis), aus welchen Sorten sich seine Mischungen zusammensetzen. Jede dieser Sorten muss einzeln geröstet werden - nur dann ist es möglich, dass jede Bohne geschmacklich absolut auf den Punkt geröstet wird. “Diese Aufgabe kannst Du nicht durch einen Computer erledigen lassen, es sind viel zu viele “weiche” Faktoren von Bedeutung, wie Luftdruck, Luftfeuchtigkeit oder Temperatur. Und ein erfahrener Röstmeister berücksichtigt diese ganz nebenbei beim Rösten.” lächelt er verschmitzt.

Kaffeeröstung bei Martella (Foto)

Die Trommel des von ihm verwendete 60-kg-Rösters ist vollständig mit Schamott-Steinen umhüllt, um wirklich eine absolut gleichmässige, konstante Temperatur beim Rösten gewährleisten zu können. Diesen Mann und seine Maschine bei der Arbeit zu sehen, ist allein schon ein Genuss.

Kaffeezubereitung bei Martella (Foto)

Besonders freuen wir uns über unser Gastgeschenk: Giancarlo hat speziell für uns eine besondere Espresso-Mischung geröstet, die wir natürlich sofort verkosten. Überquellende Aromen, Nuss und Schokolade - einfach wunderbar. “Am besten ist der Kaffee in 10 Tagen, also macht die Tüte erst dann auf und probiert ihn. ” sagt Giancarlo “Ihr werdet Euch dann gleich wieder wie bei uns in Rom fühlen.” Wie Recht er hat, mit jedem Schluck dieses Wunderbaren Espresso gehen unsere Gedanken zurück zu diesen lehrreichen Tagen in Rom.

Martella Roma

Hier gibt es noch einen kleinen Film der Martellas zu sehen, bei dem man deren Liebe zum Espresso gut erkennen kann.

 

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